Grundlegendes zur Channa Haltung.


  • Das Becken

Channa mögen es ehr schummrig, verkrautet und Wurzelwerk wie nach einer Explosion ;-). Wenn es richtig unordentlich ausschaut fühlen sich Channa wohl.

Wurzeln: Mangrovenwurzeln (bevorzuge ich, da recht günstig), Moorkienwurzeln und einige mehr.

An Pflanzen bieten sich an: Javafarn, Vallisneria Gigantea, Anubias. Es sind nur die Temperaturen zu beachten, grade bei den subtropischen Channa.

Die Beckengröße richtet sich natürlich nach der zu haltenden Art. Dabei ist grundsätzlich zu beachten das eine große Grundfläche ehr einer hohen Beckenhöhe vorzuziehen ist. Mein Paar Channa cobalt blue schwimmen mit ihrer jetzigen Größe von ca. 24 cm, problemlos in einem 33 cm hohem Becken. Nach oben sollte aber immer etwas Luft sein, da Channa gerne springen. Meine Becken haben meist zwischen 8 und 10 cm Luft bis zur Abdeckscheibe........

und da sind wir auch schon beim nächsten Thema. Die Abdeckscheiben. Diese sollten schwer (oder ausreichend beschwert werden) sein und vor allem dicht. Bei mit hat es sich bewährt alle, aber wirklich auch alle, Spalten, Ritzen und Durchgänge für Kabel und Schläuche mit zurechtgeschnittenen Filtermatten abzudichten. Channa sind sehr gute und vor allen zielsichere Springer. Bei mir hat es in den letzten vier Jahren kein Channa geschafft aus dem Becken zu flüchten ;-).

Die Wasseroberfläche sollte abgedunkelt sein. Dies erreicht man mit Schwimmpflanzen und/oder mit schwimmenden Korkröhren. Diese Korkröhren helfen auch ungemein, wenn man eine Gruppe Channa schwimmen hat, zwecks Paarfindung (dazu aber mehr im Thema "wie bekomme ich ein Pärchen"). In eben diesen Korkröhren haben unterlegene Channa die Möglichkeit oberflächennah einen Unterschlupf zu beziehen und noch "atmen" zu können. Bei ganz heftigen Auseinandersetzungen habe ich schon Tiere beobachtet, welche auf die Korkröhre geflüchtet sind. Dann besteht natürlich Handlungsbedarf, aber ohne diese Fluchtmöglichkeit wäre das Tier gestorben.

Ich beleuchte alle meine Becken mit LED Flutern, welche eine schöne punktuelle Ausleuchtung bewirken und dämmrige Beckenbereiche schaffen. Die Pflanzenauswahl ist bei so einer Beleuchtung natürlich begrenzt.

  • Vergesellschaftung

Ich halte sechs Arten Channa in acht Becken, reine Artenbecken. Es wird zwar immer wieder mal diskutiert Channa zu vergesellschaften, aber dies funktioniert in den meisten Fällen nicht.

Entweder passen die Temperaturen nicht, der Channa findet bei sehr unruhigen Gesellen keine Ruhe oder der Channa betrachtet den anderen Beckeninsassen als Futter.

Bei den subtropischen Channa gelingt aus sehr einfachen Gründen eine Vergesellschaftung nicht. Der subtropische Channa (wie z.B. Channa stewartii, Channa bleheri, Channa redfin, Channa asiatica, Channa aurantimaculata usw.) benötigt eine Winterruhe bei recht kühlen Temperaturen (ca. 16 - 18°C, je nach Art) mit einhergehender Futterpause um die zwei bis drei Monate. Dies wird in der Regel keinem anderem Fisch gefallen.

Die subtropischen Arten sind auch sehr ruppig bis aggressiv und  dulden keine anderen Tiere in ihrem Revier. Ausnahmen wie Channa bleheri oder Channa andrao sind ehr friedlich, sind aber aufgrund der jahresüblichen Temperaturschwankungen auch kaum zu vergesellschaften und man sollte nicht vergessen.... auch dies sind Channa. Sie können in ihrer Fresslust, bei dem Versuch einen kleineren Wels zu verspeisen, ersticken. Eine Situation die für beide Tiere nicht so toll ist. 

Es gibt tropischen Channa die sich vergesellschaften lassen. Diese Arten beschränken sich fast ausschließlich auf Parachanna obscura / africana und Channa pleurophthalma. Da gibt es einige Halter, die diese Tiere erfolgreich mit Buschfischen und / oder Flösslern vergesellschaften. Grundvoraussetzungen ist natürlich ein dementsprechend großes Becken (Grundfläche vor Höhe) und eine vernünftige Struktur aus Wurzelwerk, Schatten,-versteckbietenden schwimmenden Korkröhren und Pflanzen. Des weiteren ist zu beachten, dass diese Tiere nach Möglichkeit zusammen in diesem Becken groß werden. Es wird nicht wirklich Sinn machen fünf kleine Flösselaale oder Flösselhechte zu großen Parachanna obscura oder Channa pleurophthalma zu setzten und umgekehrt. Die kleineren Tiere würden wahrscheinlich innerhalb von Sekunden als Futter enden.

Ich habe erst von einem Fall gelesen, wo auch der Versuch funktioniert hat Channa lucia mit diesen Tieren zu vergesellschaften, nervös macht mich nur das die misslungenen Versuche meist nicht dokumentiert werden. Zu meinen Channa lucia würde ich von dem Versuch der Vergesellschaftung absehen, da sie schon zu groß sind, keine anderen Tiere kennen und es sich um Wildfänge handelt, welche vom Charakter doch eine Spur raubeiniger sind. Wer Channa von > 30 cm beim fressen beobachtet wird automatisch skeptisch bei dem Gedanken der Vergesellschaftung.

Das alles sind Gründe um Channa ein Artenbecken zu gönnen.

  • Futter

Noch mal eine Information am Rande

Channa benötigen kein Lebendfutter. Alle meine Channa fressen ohne Schwierigkeiten Frostfutter. Das einzige Lebendfutter was sie mal bekommen sind Regenwürmer, oder Insekten und selbst diese reiche ich meist getrocknet oder gefroren. Die kleineren Channa bevorzugen eh ehr Insekten wie Heimchen, Grillen, Mehlwürmer, Regenwürmer usw.. Damit kann man einen Channa lucia nicht hinter der Wurzel hervorlocken. Der frisst dann schon lieber Stinte, Sprotten oder Shrimps vom Chinamann um die Ecke. Wenn ich Videos auf YouTube sehe, in welchem von irgendwelchen Kleingeistern lebendige Fische ins Becken geworfen werden oder noch irrsinniger... lebendige Mäuse usw. bekomme ich wirklich einen Kamm. So was muss nicht sein und sollte man keinem Tier antun. Bei der Reptilienhaltung ist das was anderes, da es da Tiere geben mag die nicht an totes Futter gehen, ist aber ein anderes Thema.

  • Wie bekomme ich ein Pärchen

Das mit dem harmonisch zusammenlebenden Paar ist bei Channa schwierig, aber möglich.

Es gibt, ehr seltene, Angebote von Channapaaren welche schon zusammen gelaicht haben und dann abgegeben werden. Die Problematik kann sein, dass selbst ein Channa Paar welches sich in dem Becken des Vorbesitzers gut "verstanden" haben, nach dem Umsetzten in ein neues Becken, nicht mehr verstehen. Es ist mehr als einmal beschrieben, dass einer der Channa den Partner schlagartig nicht mehr tolerieret und ihn sogar tötet. Dies muss nicht zwangsläufig so ablaufen, aber es kann passieren.

Die Chance erhöht sich um einiges, dass ein Zusammenleben nicht funktioniert, wenn man sich ein vermeintliches Weibchen organisiert und dann ein Männchen dazusetzt. Channa sind bei der Partnerwahl sehr kritisch. Aber auch dass kann funktionieren ist aber eben ein Lotteriespiel.

Meiner Meinung nach, ist die beste Möglichkeit, dass sich ein Channapaar auf Dauer findet, die..... dass sich aus einer Gruppe von vier bis sechs Tieren ein Paar bildet. Auf diesem Weg habe ich meine Paare, Channa cobalt blue, Channa aurantimaculata und Channa bleheri, zusammen gebracht.

Die überzähligen Tiere sollte man nach der Paarfindung schleunigst von dem Paar trennen. Die Schwierigkeit liegt eben darin, den passenden Zeitpunkt zu erkenne und zeitnah zu handeln, sonst kommt es zwangsläufig zu Ausfällen.

Ein so gefundenes Paar ist in der Regel beständig und lebt dann auch friedlich miteinander. Ich habe beide Paare schon umgesetzt und selbst nach diesem, für ein Tier, recht heftigen Eingriff blieben sie friedlich miteinander.

Bei den "gängigen" Channa Arten ist es auch kein großes Problem die überzähligen Tiere weiter zu vermitteln. In einschlägig bekannten Foren bringt man die Tiere schnell an den Mann / Frau.


Welche Channa eignen sich zur Haltung im Aquarium?

Es wird wesentlich weniger arbeitsaufwendig die Arten zu benennen, welche nicht für normale Aquarien geeignet sind.

Das ist z.B.

  • Channa micropeltes         > 100 cm
  • Channa diplogramma     > 80 cm
  • Channa striata                  > 80 cm
  • Channa argus                    > 100 cm
  • Channa marulia                 > 100 cm

Wenn man sich die zu erwartende Größe anschaut wird sofort klar, das diese Tiere nichts für den normalen Aquarianer ist.

Ich erwähne das hier, da einige dieser Arten als sehr kleine Tiere sogar für wenig Geld im Baumarkt angeboten werden, wie z.B. der Channa micropeltes. Den sieht man häufiger in Größen um die 10 cm und Preisen von unter 20 €. Er taucht auch immer wieder auf einigen Stocklisten auf. Wenn man sich zu den glücklichen Menschen zählen kann ein 10.000 - 20.000 Liter Becken zu stellen, kann man darüber nachdenken. Alles andere ist Tierquälerei!